Football Begriffserklärung: "Hail Mary"
In aller Kürze:
Die Hail Mary ist der Verzweiflungswurf im American Football. Ein extrem langer Pass in die Endzone in den letzten Sekunden eines Spiels.
Die Hail Mary: Der Wurf ins Gebet
"Hail Mary" (Gegrüßet seist du, Maria) ist der wohl spektakulärste Spielzug im Football. Er wird nur in den allerletzten Sekunden einer Halbzeit oder des Spiels versucht, wenn die Distanz zur Endzone zu groß für einen geordneten Spielzug ist und nichts mehr zu verlieren ist.
Wie funktioniert eine Hail Mary?
Der Quarterback lässt sich so viel Zeit wie möglich, während alle verfügbaren Receiver in die Endzone sprinten. Dann wirft er den Ball so weit und so hoch wie möglich in die Menschentraube aus Receivern und Verteidigern. Es gibt keine ausgeklügelte Route, keine taktische Finesse: Es ist reines Chaos und die Hoffnung, dass irgendjemand aus dem eigenen Team den Ball fängt.
Woher kommt der Name?
Der Begriff wurde in den 1970er Jahren von Dallas-Cowboys-Quarterback Roger Staubach geprägt. Nach einem verzweifelten 50-Yard-Touchdown-Pass gegen die Minnesota Vikings im Playoff 1975 sagte er: "I closed my eyes and said a Hail Mary." Der Name blieb hängen und wurde zum festen Bestandteil der Football-Sprache.
Die berühmteste Hail Mary der Geschichte
Aaron Rodgers warf 2015 gleich zwei Hail Marys in einem Playoff-Spiel gegen die Arizona Cardinals. Die erste überbrückte 60 Yards in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit und erzwang die Overtime. Auch wenn die Packers das Spiel letztlich verloren, gilt dieser Wurf als einer der spektakulärsten Momente der NFL-Geschichte.
Erfolgsquote
Die Chance, eine Hail Mary tatsächlich zu verwandeln, liegt je nach Studie bei etwa 5-10%. Das ist verschwindend gering, aber in einer Situation, in der die Alternative eine sichere Niederlage ist, ist jede Chance besser als keine.
