American Football Spielerpositionen erklärt: Runningback

Football Spielerposition erklärt: Runningback (RB)

In aller Kürze:

Der Runningback trägt den Ball und muss Lücken in der Defense finden. Eine Position zwischen Glamour und Geringschätzung in der modernen NFL.

Grafik einer American Football Aufstellung mit Fokus auf den Runningback (RB)
Der Runningback leicht versetzt neben dem Quarterback in einer Shotgun Formation.

Der Runningback im American Football

Der Runningback (RB) bekommt den Ball vom Quarterback und rennt damit ins Getümmel. Es ist die physischste Position auf der Offense-Seite: Bei jedem Lauf prallt er auf Verteidiger, die ihn stoppen wollen. Trotzdem ist der Runningback in der modernen NFL die am meisten diskutierte Position, weil sein Wert im Verhältnis zum Gehalt zunehmend infrage gestellt wird.

Was macht ein Runningback?

Beim Laufspiel bekommt er den Ball per Handoff und sucht die Lücke, die seine Offensive Line geöffnet hat. Klingt simpel, erfordert aber ein seltenes Zusammenspiel aus Geduld (die richtige Lücke abwarten), Explosivität (durch die Lücke beschleunigen) und Instinkt (den richtigen Cut machen). Dazu muss er Tackles brechen, Verteidigern ausweichen und den Ball schützen.

Aber Laufen ist nur die halbe Miete. In der modernen NFL muss ein Runningback auch Pässe fangen können ("Receiving Back"), als Blocker den Quarterback vor Blitzern schützen ("Pass Protection") und gelegentlich sogar selbst einen Pass werfen (Trick Play). Je vielseitiger, desto wertvoller.

Die Debatte um den Wert des Runningbacks

Kein Thema spaltet die NFL-Analytik-Welt so sehr wie die Frage: Lohnt es sich, einen Runningback hoch zu bezahlen? Die Daten sprechen dagegen. Lauferfolg hängt stärker von der Offensive Line ab als vom Runningback selbst. Die Verletzungsrate ist extrem hoch, die Karrieren sind kurz (durchschnittlich unter 3 Jahre als Starter), und günstige Rookies auf Einstiegsverträgen bringen oft ähnliche Leistung wie teure Veterans. Trotzdem gibt es Ausnahmen: Ein wirklich elitärer Runningback, der den Unterschied macht, kann eine Offense transformieren.

Vision und Cuts

"Vision" ist die wichtigste Eigenschaft eines Runningbacks. Damit ist nicht das Sehvermögen gemeint, sondern die Fähigkeit, in Sekundenbruchteilen zu erkennen, wo die Lücke ist, und den Laufweg entsprechend anzupassen. Ein "Cut" ist ein scharfer Richtungswechsel, der den Verteidiger ins Leere laufen lässt. Die besten Backs kombinieren Vision mit einem explosiven ersten Schritt nach dem Cut.

Die Zahlen

Rushing Yards: Raumgewinn durch Läufe. Über 1.000 Yards pro Saison gilt als sehr gut. Yards Per Carry (YPC): Durchschnittliche Yards pro Laufversuch. Über 4,5 ist stark. Receptions: Zeigt die Vielseitigkeit im Passspiel. Über 50 Receptions für einen RB ist viel. Fumbles: Ballverluste. Ein Runningback, der den Ball nicht schützen kann, spielt nicht lange.

Legenden

Jim Brown dominierte in den 1950er und 60er Jahren so gründlich, dass er mit 29 Jahren zurücktrat, weil er nichts mehr beweisen musste. Walter Payton ("Sweetness") kombinierte Kraft, Geschwindigkeit und Langlebigkeit wie kein anderer. Barry Sanders war der beste Open-Field Runner der Geschichte: Seine Richtungswechsel brachen Verteidigern die Knöchel (metaphorisch). Er trat mit 30 zurück, obwohl er auf dem Weg zum Allzeit-Yards-Rekord war.

Aktuelle Stars (Stand: Saison 2025)

Derrick Henry ist ein 112-Kilo-Brocken, der trotzdem 80-Yard-Touchdowns laufen kann. Saquon Barkley hat bei den Eagles seine Karriere wiederbelebt. Bijan Robinson (Falcons) gilt als das kompletteste Paket aus Lauf, Fang und Block.