Eagles bei 2-6: Die Krise begann schon vor dem Hurts-Ausfall - NFL-Crush

Eagles bei 2-6: Die Krise begann schon vor dem Hurts-Ausfall

Sechs Niederlagen in Folge, die Hälfte davon noch mit Jalen Hurts. Warum der Quarterback nur einen Teil der Eagles-Krise erklärt.

„Wir sind nicht mehr die großen, bösen Eagles.“ Saquon Barkley sagte das nach dem 10:27 in Washington, und es klang eher nach Bestandsaufnahme als nach Selbstmitleid. Die Philadelphia Eagles haben sechs Spiele in Folge verloren, stehen bei 2-6 und sind Letzter der NFC East.

Dabei begann der Sonntagabend nach Plan. Nach einem Fumble von Chig Okonkwo an der Washington-26 lief Barkley zum 10:0 ein, die Commanders leisteten sich in der Anfangsphase Fehlstart um Fehlstart. Danach punktete nur noch Washington: 27 Punkte am Stück, vier Field Goals von Drew Stevens, dazu ein Touchdown-Pass von Jayden Daniels auf Stefon Diggs. Die Eagles-Offense blieb über drei Viertel ohne Punkte, vor dem bedeutungslosen letzten Drive war ihr längster Angriff 52 Yards lang.

Drei Niederlagen mit Hurts, drei ohne ihn

Die naheliegende Erklärung heißt Jalen Hurts. Bei ihm wurden Mitte Oktober Blutgerinnsel in beiden Lungenflügeln festgestellt, er wird mit Blutverdünnern behandelt, darf keinen Kontaktsport machen und fällt voraussichtlich für den Rest der Saison aus. Nur: Die Serie begann, als Hurts noch spielte.

  • Woche 3: 7:27 in Chicago
  • Woche 4: 20:24 gegen die Rams
  • Woche 5: 17:19 gegen Jacksonville in London
  • Woche 6: 14:25 gegen Carolina, erster Start von Tanner McKee
  • Woche 7: 21:38 gegen Dallas
  • Woche 8: 10:27 in Washington

Mit 17,1 Punkten pro Spiel liegt Philadelphia auf Rang 30 der Liga. McKee kommt in seinen drei Starts auf 63,2 Prozent angebrachte Pässe, 639 Yards, zwei Touchdowns und zwei Interceptions. Das ist solides Backup-Niveau. Mehr hat in Philadelphia auch niemand erwartet.

Von der alten Offensive Line ist wenig übrig

Der größere Bruch kam Anfang Oktober, in der Woche vor dem London-Spiel. Lane Johnson, All-Pro-Right-Tackle und Stammspieler bei zwei Super-Bowl-Siegen, beendete überraschend seine Karriere. Einen Tag später schickte General Manager Howie Roseman Interior Lineman Cam Jurgens nach Baltimore, im Gegenzug kamen ein Zweitrundenpick 2028 und ein Fünftrundenpick 2027. Left Guard Landon Dickerson landete mit einer Knieverletzung auf der Injured Reserve.

Die Line, die über Jahre das Fundament des Eagles-Spiels war, sieht heute so aus: Jordan Mailata links, daneben Willie Lampkin, Drew Kendall als Center, Tyler Steen als Right Guard und Rookie Markel Bell auf der Position von Johnson. Auch der Mann, der diese Einheit über ein Jahrzehnt geformt hat, ist weg. Offensive-Line-Coach Jeff Stoutland verließ das Team im Februar.

In Washington sah man die Folgen. Barkley kam auf 30 Yards bei 13 Läufen, die Commanders sackten McKee fünfmal, fünf verschiedene Spieler waren daran beteiligt. Und weil A.J. Brown schon im Juni nach New England getradet wurde und DeVonta Smith am Sonntag fehlte, blieben McKee kaum Anspielstationen, die einen Verteidiger allein schlagen.

Ein Shanahan-System ohne die Line dafür

Dazu kommt ein neuer Play Caller. Sean Mannion, früher selbst Quarterback, ist im ersten Jahr Offensive Coordinator, nachdem sich die Eagles im Januar nach nur einer Saison von Kevin Patullo getrennt hatten. Mannion sollte ein Schema im Stil von Kyle Shanahan und Sean McVay einführen. Dieses System lebt von Bewegung vor dem Snap, von Zone-Blocking im Gleichschritt und von Play Action, die nur funktioniert, wenn der Gegner das Laufspiel fürchtet. Mit einer neu zusammengewürfelten Line und einem Running Back bei 2,3 Yards pro Lauf fürchtet niemand das Laufspiel.

Ein Vergleich aus dem Fußball: Es ist, als würde ein Trainer ein Aufbauspiel von hinten heraus einführen, während der Verein in derselben Saison die halbe Viererkette abgibt.

Nick Sirianni hält trotzdem an Mannion und McKee fest. „Es liegt an uns allen, die Dinge in die richtige Richtung zu bringen“, sagte er am Montag. Joe Milton bleibt Backup.

Ob Roseman diese Saison noch retten will, ist eine andere Frage. Für Jurgens holte er Picks für 2027 und 2028 und Platz unter dem Salary Cap, keine Hilfe für jetzt. Die Trade-Deadline am 10. November wird zeigen, in welche Richtung er denkt.

Am Sonntag kommen die New York Giants nach Philadelphia, mit 4-2-1 Spitzenreiter der Division. Danach haben die Eagles spielfrei. Eine siebte Niederlage in Folge würde zwei Wochen Pause bedeuten, in denen über kaum etwas anderes gesprochen wird als über Sirianni selbst.