Jaguars 33:10 in Baltimore: Ein Kantersieg im Schongang - NFL-Crush

Jaguars 33:10 in Baltimore: Ein Kantersieg im Schongang

Eine starke Halbzeit reichte Jacksonville im Regen von Baltimore. Warum das 6-2 der Jaguars belastbar wirkt und wo der echte Test noch wartet.

Nach der Pause warf Trevor Lawrence noch elf Pässe. Sieben kamen an, zusammen 45 Yards. Der Regen über Baltimore wurde stärker, beide Offenses liefen fast nur noch. Die Jacksonville Jaguars gewannen trotzdem 33:10 bei den Baltimore Ravens, und der Gegner kam in der zweiten Halbzeit bis 7:15 Minuten vor Schluss zu keinem einzigen First Down.

Genau das ist an diesem Thursday Night Game interessanter als das Ergebnis. Jacksonville hat zum dritten Mal in Folge mehr als 30 Punkte erzielt, zum fünften Mal in dieser Saison, und das an einem Abend, an dem die Offense eine Halbzeit lang nur verwaltete.

197 Yards vor der Pause, dann übernahm der Regen

Die erste Halbzeit zeigte, warum Lawrence mit einem Passer Rating von 112,6 ins Spiel ging, dem besten Wert der Liga. Auf dem ersten Drive kamen drei von vier Pässen an, darunter ein 52-Yard-Ball auf Rookie-Tight-End Nate Boerkircher, Bhayshul Tuten lief den letzten Yard zum Touchdown. Im zweiten Viertel fand Lawrence Parker Washington tief für einen 50-Yard-Touchdown.

Zur Pause stand Lawrence bei 9 von 15 für 197 Yards. Am Ende waren es 16 von 26 für 242 Yards und einen Touchdown, also 9,3 Yards pro Passversuch. Washington und Boerkircher kamen mit je zwei Catches auf je 61 Yards, Jakobi Meyers mit vier auf 65.

Das passt ins Bild dieser Saison. Der Washington-Touchdown war ihr elfter Offensiv-Touchdown über mindestens 20 Yards, so viele hat kein anderes Team.

Vier Field Goals statt eines Debakels

Cam Little traf alle vier Field Goals, das längste aus 47 Yards, und hat seit Woche 3 keinen Kick mehr verschossen. Für ihn ein guter Abend. Für die Offense ein Hinweis darauf, dass hier deutlich mehr drin war.

Die Defense schenkte ihr nämlich immer wieder kurze Felder. Jourdan Lewis und Montaric Brown fingen je einen Pass von Joe Fagnano ab, Linebacker Jalen McLeod erzwang bei einem Kickoff einen Fumble von LaJohntay Wester und sicherte den Ball gleich selbst. Drei Ballgewinne, dazu ein Ravens-Angriff, der als Turnover on Downs endete, weil Mark Andrews bei einem kurzen vierten Versuch den Snap nicht festhielt.

Das Laufspiel blieb schwach. 77 Yards insgesamt, Tuten kam auf 29 Yards bei zwölf Läufen. Er hat trotzdem fünf Touchdowns in den letzten drei Spielen, weil die Jaguars ihn nah an der Endzone einsetzen. Dazu kam ein Fumble von Travis Hunter bei einem Receiver Screen im dritten Viertel beim Stand von 20:3. Baltimore gab den Ball wenige Spielzüge später wieder ab.

Man muss fair bleiben: Fagnano ist ungedrafteter Rookie, die Nummer drei hinter den verletzten Lamar Jackson und Tyler Huntley, und kam auf 10 von 18 für 60 Yards. Baltimore hatte insgesamt 227 Yards und zehn First Downs, drei davon nach der Pause. 65 der Yards kamen aus einem einzigen Lauf, dem Touchdown von Justice Hill. Gegen so einen Gegner muss man gewinnen. Die Jaguars ließen ihm aber auch keine einzige Phase, in der das Spiel hätte kippen können.

700 Punkte in 25 Spielen unter Coen

Mit diesem Spiel hat Liam Coen als Head Coach in Jacksonville die Marke von 700 Punkten erreicht, in seinem 25. Spiel. Schneller waren in der Super-Bowl-Ära nur Mike Martz (22 Spiele) und Sean McVay (23). Seit Beginn der vergangenen Saison haben die Jaguars acht Spiele mit mindestens 20 Punkten Vorsprung gewonnen, die letzten sieben regulären Heimspiele alle mit mindestens 17.

Die Punktedifferenz nach acht Spielen liegt bei plus 108. Verloren hat Jacksonville nur 13:20 in Denver und 31:34 gegen Houston.

Der Spielplan hilft, der Dezember nicht

In der AFC South beträgt der Vorsprung schon dreieinhalb Spiele. Houston steht bei 2-5, die Colts verkaufen bei 2-6 ihre Leistungsträger, Tennessee ist 1-7. Die nächsten drei Spiele heißen Titans auswärts, Giants auswärts, Titans zuhause.

Aussagekräftig wird es danach. Am 6. Dezember geht es nach Chicago zu den Bears, die mit Jeffery Simmons gerade den Super-Bowl-Champion in Seattle geschlagen haben, eine Woche später kommen die Steelers zum Monday Night Game. Beide stehen bei 6-2.

Dann zeigt sich, was dieses 6-2 wert ist, wenn auf der anderen Seite kein Quarterback steht, der bis vor einer Woche die Nummer drei im Depth Chart war.