Russell Okung: Der NFL-Spieler, der von allen ausgelacht wurde - NFL-Crush

Russell Okung: Der NFL-Spieler, der von allen ausgelacht wurde

Die halbe Sportwelt lachte über einen NFL-Spieler. Einige Jahre später ist Russell Okung um Millionen reicher als seine Kritiker, hat eine eigene Football-Liga gegründet und gilt als einer der smartesten Köpfe, die je in der NFL gespielt haben.

Russell Okung hat gut lachen
Wer zuletzt lacht, lacht am besten: Russell Okung

"Pay me in Bitcoin"

Am 13. Mai 2019 setzte Russell Okung einen Tweet ab, der ihm jahrelangen Spott einbringen sollte: "Pay me in Bitcoin." Drei Wörter. Okung war zu diesem Zeitpunkt ein zweifacher Pro Bowler, Offensive Tackle, Super-Bowl-Champion mit den Seattle Seahawks (2014), und er verdiente Millionen. Die Reaktionen auf seinen Tweet reichten von Belustigung bis Kopfschütteln. Fans, Mitspieler, Sportjournalisten: Alle waren sich einig, dass der Mann den Verstand verloren hatte. Bitcoin lag bei rund 7.000 Dollar, der Kryptomarkt galt nach dem Crash von 2018 als erledigt.

Okung meinte es ernst.

6,5 Millionen Dollar, umgewandelt in Bitcoin

Im Dezember 2020, eineinhalb Jahre nach seinem Tweet, machte Okung Nägel mit Köpfen. Er spielte damals bei den Carolina Panthers, sein Jahresgehalt betrug 13 Millionen Dollar. Über das Startup Zap und dessen Produkt "Strike" ließ er die Hälfte davon in Bitcoin umwandeln. 6,5 Millionen Dollar, konvertiert in rund 240 Bitcoin zu einem Kurs von etwa 27.000 Dollar pro Coin.

Die NFL zahlte das Gehalt weiterhin in Dollar aus. Zap wandelte die Hälfte im Hintergrund um. Das war nötig, weil der Tarifvertrag (Collective Bargaining Agreement) der NFL keine Gehaltzahlungen in Kryptowährungen vorsah. Okung hatte das System nicht gebrochen, er hatte einen Weg drumherum gefunden.

Seine Mutter war besorgt. Die NFL-Finanzberater rieten ab. Mitspieler schüttelten den Kopf. Okung selbst sagte dazu: "Die NFL hat Millionen ausgegeben, um uns beizubringen, wie man nicht pleitegeht. Aber die milliardenschweren Besitzer haben uns nie gezeigt, wie man Vermögen aufbaut. Alles was ich getan habe, war Bitcoin zu kaufen."

Die 2020er Saison: Das Ende und der Anfang

Die Saison 2020 wurde Okungs letzte in der NFL. Verletzungen zwangen ihn, Spiele zu verpassen, und nach der Saison fand er kein neues Team. Seine Karrierestatistik: 11 Jahre NFL, über 108 Millionen Dollar Gesamteinnahmen, ein Super Bowl Ring, zwei Pro Bowls. Eine solide, aber keine legendäre Karriere. Die meisten Fans hätten ihn innerhalb weniger Jahre vergessen.

Aber dann passierte etwas, das niemand vorhergesehen hatte. Oder besser gesagt: Das nur einer vorhergesehen hatte.

Bitcoin explodiert

Ende 2020, als Okung seine Umwandlung bekanntgab, stand Bitcoin bei 27.000 Dollar. Innerhalb eines Jahres stieg der Kurs auf 69.000 Dollar. Dann kam der Crash 2022, Bitcoin fiel auf unter 16.000 Dollar. Die Spötter kamen zurück. "Okung hat Millionen verloren", titelten Sportmedien.

Okung schwieg und hielt seine Coins. Und dann kam 2024. Bitcoin durchbrach die 90.000-Dollar-Marke. Okungs 240 Bitcoin waren plötzlich über 20 Millionen Dollar wert. Aus den 6,5 Millionen, die alle für verrückt hielten, waren in vier Jahren über 20 Millionen geworden. Während das gleiche Geld auf einem normalen Bankkonto durch Inflation an Kaufkraft verloren hätte.

Okung meldete sich zurück. Auf Social Media teilte er einen Vergleich: J.J. Watt verdiente 129,7 Millionen Dollar in 12 NFL-Jahren. Sein jüngerer Bruder T.J. Watt unterschrieb eine Vertragsverlängerung über 123 Millionen Dollar in nur 3 Jahren. Okungs Punkt: Was deine Großeltern ein Leben lang brauchten, kann Bitcoin in Jahren schaffen.

Die Nachahmer

Nachdem Okung den Weg geebnet hatte, zogen andere NFL-Spieler nach. 2021, als Bitcoin auf dem Höhepunkt stand, war es plötzlich modern, sich in Krypto bezahlen zu lassen.

Aaron Rodgers, damals Quarterback der Green Bay Packers und amtierender MVP, ließ einen Teil seines Gehalts in Bitcoin umwandeln. Odell Beckham Jr. ging noch weiter: Er ließ sich sein komplettes Gehalt bei den Los Angeles Rams in Bitcoin auszahlen. Sean Culkin von den Kansas City Chiefs wandelte ebenfalls sein gesamtes Gehalt um. Saquon Barkley, der Star-Runningback (damals bei den New York Giants), kündigte an, alle zukünftigen Endorsement-Deals in Bitcoin abzuwickeln. Und Trevor Lawrence, der Nr.-1-Pick des Drafts 2021, legte einen Teil seines Signing Bonus in Krypto an.

Nicht alle von ihnen hatten das Timing von Okung. Wer 2021 beim Höchststand einstieg und 2022 im Crash verkaufte, verlor Geld. Aber wer hielt, stand 2024 deutlich besser da. Die Lektion war dieselbe, die Okung von Anfang an gepredigt hatte: Es geht nicht um schnelle Gewinne, sondern um langfristiges Denken.

Bitball: Okungs nächster Schachzug

Okung war mit dem Investieren allein nicht zufrieden. Ende 2024 gründete er Bitball, eine eigene Flag-Football-Liga, in der alle Spieler in Bitcoin bezahlt werden. Das erste Spiel fand im Dezember 2024 in Abu Dhabi statt, mit ehemaligen NFL-Stars wie Antonio Brown und Le'Veon Bell auf dem Feld.

Die Idee entstand aus Frust: Während der letzten CBA-Verhandlungen hatte Okung als Vizepräsident der Spielergewerkschaft (NFLPA) versucht, kryptofreundlichere Regeln in den Tarifvertrag zu bekommen. Die Teambesitzer und die Liga-Führung lehnten ab. Also baute Okung seine eigene Liga, in der die Regeln anders sind.

Flag Football wird 2028 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles erstmals dabei sein. Okung positioniert Bitball genau an dieser Schnittstelle: wachsender Sport, neue Zahlungsmethode, globale Reichweite. Ob das aufgeht, wird sich zeigen. Aber wer gegen Okung wettet, hat in der Vergangenheit meistens verloren.

Was bleibt

Russell Okungs Geschichte ist mehr als eine Anekdote über einen Footballspieler, der mit Kryptowährung reich wurde. Es ist die Geschichte eines Mannes, der eine unpopuläre Entscheidung traf, sich dafür auslachen ließ und trotzdem dabei blieb. In einer Liga, in der Spieler im Durchschnitt nur 3,3 Jahre aktiv sind und viele nach der Karriere in finanzielle Schwierigkeiten geraten, hat Okung einen anderen Weg gezeigt.

Sein berühmtestes Zitat fasst es zusammen: "Geld ist mehr als Währung. Es ist Macht. Sich in Bitcoin bezahlen zu lassen, ist der erste Schritt, um aus der korrupten, manipulierten Wirtschaft auszusteigen, in der wir alle leben."

Man muss diese Meinung nicht teilen. Aber man muss anerkennen, dass der Mann, den alle für verrückt hielten, am Ende Recht behalten hat.

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