2PC #11: Almost doesn’t count
Knapp daneben ist auch vorbei. Marko Markovic und Simon Traxl zielen mit ihrer in Dialogform aufgearbeiteten Kolumne “2 Point Conversation” (2PC) aber ganz genau.
Simon: Marko, es ist Woche 11.
Marko: Ja, und?
Simon: Die Zeit verfliegt. Jetzt war doch erst Draft. Ein paar Augenblicke später hat unsere Two-Point-Conversation schon ihr erstes kleines Jubiläum hinter sich.
Marko: Wir haben letzte Woche nicht mal angestoßen.
Simon: Dabei wäre ich beinahe letzte Woche nach Wien gefahren.
Marko: Beinahe?
Simon: Ja, mir ist dann doch was dazwischen gekommen. Leider.
Marko: Ein Schelm, wer hier Parallelen zu den 49ers sieht. Denen ist in den letzten beiden Wochen auch etwas dazwischen gekommen, quasi.
Simon: Zwei Wochen hintereinander eine so knappe Niederlage - ausgerechnet gegen direkte Konkurrenz um die Playoffteilnahme, das tut schon weh.
Marko: Wenn man so liest, was der 49ers nahe Tenor in den amerikanischen Medien ist, wundert es mich nicht, dass der Teamname zum “Whiners” umfunktioniert wird.
Simon: Es wird gesudert bis zum Umfallen, ja. Alles nur, wegen diesem einen Strip-Sack, der durch die Strafe negiert wurde. Ein so streitbarer Call zu diesem Zeitpunkt im Spiel stellt sicher, dass eine Seite am Ende schreit: Die Refs sind schuld.
Marko: War es denn der richtige Call?
Simon: Es soll sich jeder selbst ein Bild machen.

Marko: Du hast keine Meinung?
Simon: Doch. Tatsachenentscheidungen sind nicht zu ändern. Außerdem weißt du, wie ich zu “hättiwari” stehe. Die 49ers haben nicht alleine und ausschließlich aufgrund des Calls gegen Ahmad Brooks verloren.
Marko: Er hat das Team ja erst richtig ins Spiel gebracht, mit seiner leaping Interception.
Simon: Ich halte es mit Harbaugh: Er sagt (frei zitiert) “If we play like this, we will win a lot of games”.
Marko: Die entscheidenden auch? Ich sage nur: Seahawks.
Simon: Die Seahawks sind quasi schon fix in der Superbowl. Willst du das sagen?
Marko: Würde ich nie, das weißt du. Russell Wilsons Team sieht klar als das Team to beat aus.
Simon: Das waren die Patriots 2007 auch. Sie haben die Superbowl dann auch fast gewonnen.
Marko: Da hat auch nicht nur der Helm von David Tyree entschieden. Trotzdem dreht sich in der Berichterstattung alles um die Frage, ob Rob Gronkowski nun gehalten wurde, oder der Ball eh unterworfen war - also uncatchable.
Simon: Sowohl in San Francisco als auch bei den Pats gabs kurz davor einen ebenso spielentscheidenden Drop des Running Backs.
Marko: Über die Probleme der RBs den Ball zu fangen, haben wir schon mal geredet.
Simon: Fast schon eine Tendenz …
Marko: Jedenfalls haben die Pats auch nicht nur wegen dem letzten Play verloren. Die Defense erlaubte 8 von 11 Third Downs, unter anderem jedes einzelne am letzten und entscheidenden Panthers Drive.
Simon: Das ist dann nicht nur fast zu viel.
