2PC #10: Die harte Wahrheit - NFL-Crush

2PC #10: Die harte Wahrheit

Marko Markovic und Simon Traxl widmen sich in ihrer in Dialogform aufgearbeiteten Kolumne “2 Point Conversation” (2PC) dieses Mal der harten Wahrheit.

Simon: Es ist also passiert. Wieder keine imperfect season. Aber dich als Mathematik-Fast-Absolventen schockiert das ja wohl nicht, hm?

Marko: In der Tat. Die Detroit Lions von 2008 sind ein echter statistischer Ausreißer. Genau so wie die Miami Dolphins eben weiter alleine da stehen.

Simon: Mit ihrer perfect season. Und das obwohl die Patriots 2007 so knapp dran waren.

Marko: Knapp dran ist eben nicht genug. Außerdem: So viel schlechter als der Rest sind eben die Jacksonville Jaguars und die Tampa Bay Buccaneers dann doch nicht.

Simon: Genau. Beide waren ja mitunter schon nahe dran. Was hat die Woche die nötige Schaufel dazu gepackt?

Marko: Zuerst Jaguars oder Buccaneers?

Simon: Chronologisch, also Jaguars.

Marko: Ganz ehrlich: Alles deutet auf mangelnden Fokus der Titans hin. Sie haben die Jaguars’ Offense zwar die meiste Zeit im Griff gehabt, aber vier Turnover produziert.

Simon: Die Jaguars haben sprichwörtlich das Spiel an sich gerissen und 6 der 8 Fumbles in dem Spiel recovered.

Marko: Fumble Recoveries sind, das haben Studien gezeigt, reine Glücksache. Weit über 50% zu erobern ist oft bei Upsets ein gewichtiger Mitgrund, warum sie klappen.

Simon: Plus, es schadet nicht, wenn der gegnerische QB verletzt raus muss. Aber ja, die 17 Punkte durch die Turnover sind in einem 2-Punkte-Spiel dann schon essentiell. Ganz besonders bitter war ja der Strip-Sack-Return-TD von Will Blackmon.

Marko: Sieht man ja eher selten, dass dem QB einfach der Ball abgenommen wird.

Ich nehm dir den Ball mal ab...

Simon: War nicht der einzige diese Woche. In dem Fall war der QB wieder Ryan Fitzpatrick. Jake Locker musste schon im zweiten Viertel vom Feld.

Marko: Und wird heuer wohl auch nicht mehr dort zu sehen sein. Wir haben ja schon darüber geredet, dass die Titans am Ende dieser Saison vor schweren Entscheidungen stehen.

Simon: Ja, was ist Locker? Boom, Bust oder einfach nur Mittelmaß? Ich weiß es nicht.

Marko: Die zweite große Frage wird wohl auch sein: Will man Mike Munchak weiter das Vertrauen schenken?

Simon: Wir mögen beide die Titans Defense sehr. Aber die Performance gerade gegen Teams wie die Jaguars …

Marko: … du meinst must-wins?

Simon: Ja. Das ist schon richtig auffällig. Wo andere Teams hunderte Yards erlaufen, macht Chris Johnson gerade mal 30 bei 12 Läufen.

Marko: Überheblich und unkonzentriert.

Simon: Du sagst es. Passend, dass am Ende ein Safety den Unterschied macht, der durch einen Penalty in der Endzone verursacht wurde. Armer Rookie Chance Warmack.

Marko: Armer Richie Incognito.

Simon: Er ist das Opfer, ja. Er hat ein Meme von Jonathan erhalten, das seine Familie ernsthaft in Lebensgefahr bringt.

Marko: Das Meme an sich ist schon sehr furchtbar unlustig.

Simon: Ganz recht. Eine Morddrohung sieht aber anders aus. Verstörend, weil nicht lustig. Nicht verstörend, weil todernst.

Marko: Die Miami Dolphins sahen jedenfalls in der ersten Hälfte sehr verstört aus. Ähnlich wie die Seahawks letzte Woche ziehen die Bucs anfangs davon.

Simon: Nur um dann einzubrechen.

Marko: Da hat der gebrochene Knöchel von Mike James großen Anteil. Seinen 40 Yards bei nur 5 Carries folgten lahme 57 Yards bei 20 (!) Läufen durch Vertretung Brian Leonard.

Simon: Du unterschlägst die 45 Yards von Bobby Rainey. Er brauchte auch nur 5 Läufe.

Marko: Und machte das entscheidende TD. Mea culpa, Herr Rainey! Trotzdem: Hartes Los für die Bucs. Nach Doug Martin verlieren sie auch Mike James.

Simon: Mit den Siegen von Jacksonville und Tampa Bay bleibt das Rennen um den ersten Pick im Draft offen.