NFL und Ex-Spieler vor Gericht
4.200 ehemalige NFL-Profis wollen die Liga klagen. Ein erster Verhandlungstag bliebt ergebnislos und ein Gericht muss nun entschieden, ob eine Klage zulässig ist. Der Liga droht ein Milliardenschaden.
Am Dienstag war in Gerichtstermin zwischen Vertretern der NFL und ehemaliger Profis in Philadelphia angesetzt. Die Liga sollte, so die Ex-Spieler, für Folge- und Langzeitschäden bei Gehirnerschütterungen finanziell aufkommen. Die Verhandlung brachte, wie zu erwarten war, kein Ergebnis, da die NFL sich in der Sache keiner Mitschuld bewusst sei.
Die Spielervertreter beschuldigen die Liga in der „Causa Concussions“ der absichtlichen Fehlinformation und der Fahrlässigkeit. Der NFL seien die Risiken von Gehirnerschütterungen durchaus bekannt gewesen, habe aber Informationen von Studienergebnissen möglicher Langzeitfolgen bewusst geheim gehalten. Damit hab sie sich wortwörtlich der „absichtlichen Fehlverhaltens, falscher Darstellungen sowie der Fahrlässigkeit“ schuldig gemacht.
Die NFL konterte, dass das nicht bei Gericht entschieden werden könne, da derlei Folgen durch den Arbeitstarifvertrag, der mit der Spielgerwerkschaft NFLPA abgeschlossen wurde, bereits abgedeckt seien.
Richterin Anita Brody wird nun entscheiden (ein Urteil wird für den Sommer erwartet), ob die ehemaligen Profis die NFL überhaupt klagen können. Können sie das, dann drohen der Liga Zahlungen in Milliardenhöhe drohen.
Die jüngsten tragischen Todesfälle haben das Thema hochkochen lassen. Der ehemalige NFL-Star Junior Seau beging drei Jahre nach seinem Karriereende im vergangenen Mai Selbstmord, im Dezember erschoss Kansas City Linebacker Jovan Belcher zuerst seine Freundin und richtete danach die Waffe gegen sich selbst. Beide Fälle werden mit den Folgen von vielfachen Gehirnerschütterungen in Verbindung gebracht.
