Long Snap #1: Phänomene in der Warteschleife - NFL-Crush

Long Snap #1: Phänomene in der Warteschleife

In der ersten Ausgabe der neuen Kolumne „Long Snap“ befasst sich Philipp Eitzinger mit potentiellen neuen NFL-Stars.

Alle paar Jahre gibt es solche Phänomene, die ihren Altersgenossen weit voraus sind. So wie Basketball-Superstar LeBron James, der damals direkt aus der High School, ohne die Zwischenstation College, in die NBA ging. Oder Baseball-Wunderkind Mike Trout, der schon mit 19 Jahren - und damit drei Jahre früher als normal - in der MLB debütierte.

Und wie im Football derzeit Jadeveon Clowney und womöglich auch Johnny Manziel. Clowney, Defensive End von South Carolina, schneidet gegnerische Running- und Quarterbacks nieder wie ein gepimpter Rasenmäher (wie bei seinem Mörder-Hit gegen Michigan). Er hat aber erst zwei Jahre College hinter sich - und die NFL-Regeln sagen: Er darf erst nach drei zu den Pros. Obwohl sich alle einig sind: Clowney wäre der absolut unumstrittene Number-1-Pick im Draft Anfang April.

Oder eben der "Johnny Football" genannte Manziel von Texas A&M. Er gewann die Heisman Trophy als bester College-Spieler. Er machte den späteren Champion Alabama im direkten Spiel absolut lächerlich. In der Cotton Bowl gegen Oklahoma - echt auch kein schlechtes Team - passte er für 287 Yards und zwei Touchdowns, brachte 22 von 34 Pässen an. Und, ach ja: Er lief nebenbei auch noch 229 Yards und für zwei weitere Touchdowns. Wohlgemerkt: Als Freshman, in seiner allerersten College-Saison. Er muss auf die NFL noch zwei Jahre warten.

Ob diese Regelung sinnvoll ist oder nicht, darüber lässt sich lange diskutieren. Einerseits verbaut man damit den Athleten die Möglichkeit, Geld zu verdienen und setzt sie dem Risiko aus, sich vor ihrer Pro-Karriere schwer zu verletzen. Andererseits schützt man sie vor sich selbst und der Selbstüberschätzung, zu glauben, man wäre mit 18 Jahre schon so weit.

Fakt ist aber: Weil Clowney und Manziel zu jung sind und sich Manti Te'o ein gaaanz dezentes Image-Problem eingefangen haben dürfte, droht der Draft zum langweiligsten seit Jahren zu werden. Wirklich elektrisierende Newcomer, so wie zuletzt Andrew Luck, Robert Griffin III und Russell Wilson, aber auch Alfred Morris, gibt es kaum.

Doch wer weiß, vielleicht zeichnen sie sich in den nächsten sechs Wochen ja noch ab. Am Samstag beginnt jedenfalls schon mal die große Fleischbeschau namens "Combine"...