2PC #9: Questionable (illness)
Marko Markovic und Simon Traxl liefern sich heute ein krankes Gespräch und damit auch die neueste Ausgabe ihrer Kolumne “2 Point Conversation”.
Marko: Simon, wir haben ja schon ein oder zweimal Verletzungen zum Thema gehabt.
Simon: Monday Night war mit dem Battle der Backup-QBs hier nur eine logische Fortsetzung.
Marko: Allerdings. Was in dem Spiel am meisten herausgestrichen gehört, ist aber Marc Trestmans Call, das 4th and Inches im vierten Viertel auszuspielen.
Simon: An der eigenen 32-Yard Line. In Führung liegend.
Marko: Wenn man das sucht, also Plays, wo ein Team in Führung liegt im vierten ein fourth Down in der eigenen Hälfte ausspielt, und die absichtlichen Safety wegrechnet…
Simon: Das machen nicht viele.
Marko: Ich zähle 12 Stück in über 13 Jahren. Und da sind sicher ein paar botched punts dabei, die gar nicht zum Ausspielen gedacht waren.
Simon: Ein verdienter Sieg für Chicago, welches in Trestman einen super Coach und in Josh McCown einen überraschend kompetenten Backup gefunden hat.
Marko: Die Story des Spiels wird natürlich Aaron Rodgers Verletzung sein, und wie die Bears das nie und nimmer gewonnen hätten, wenn nicht… usw.
Simon: Hättiwari. Spannender ist die Woche aber, wieviele Nicht-Verletzungen für Aufsehen sorgen.
Marko: Ja, die Überarbeitung der Head Coaches verlangt derzeit einen brutalen Tribut ab.
Simon: Letztes Jahr, bei Chuck Paganos Leukämie, wussten wir ja, dass es nicht mit seinem Beruf zu tun hat.
Marko: Aber heuer haben mit John Fox und Gary Kubiak zwei Coaches schon im Krankenhaus gesehen, die mit 20-Stunden-Arbeitstagen zu glänzen wissen.
Simon: Das Phänomen ist nicht neu. John Gruden stand berühmterweise täglich um 3:17 auf.
Jon Gruden, nach seinem ersten Kaffee um 3:20 Uhr. Wir verstehen noch immer nicht, wie der Typ eine Super Bowl gewinnen konnte.
Marko: Und Greg Schiano soll laut Bucs Spielern, die beide Coaches erlebt haben, noch härter arbeiten.
Simon: Das deutet jetzt natürlich darauf hin, dass die Stunden allein es nicht ausmachen. Man kann noch so früh da sein, und immer noch ein schlechter Coach sein.
Marko: Richtig. Schiano schaffte es in Seattle ein 21:0 zu verspielen, indem er immer das genaue Gegenteil von seinem Gegner Pete Carroll machte.
Simon: Hälfte eins Man Coverage, dann ab Halbzeit plötzlich Zone, weil in Führung.
Marko: Und plötzlich war Doug Baldwin frei. Carroll hingegen wiederholte zwar seinen Zone-Fehler vom Spiel gegen Houston, besann sich dann aber - wie damals - in Hälfte zwei zur Man Coverage, die die Legion of Boom aufleben ließ.
Simon: Sprich, all die 80-Stunden-Wochen an Vorbereitung und Gameplanning sind im Endeffekt relativ egal, wenn man nicht in der Lage ist, das Spiel selbst zu lesen und die nötigen Adjustments zu machen.
Marko: Richtig. Und gesünder ist der zweite Zugang sicher auch.
