Long Snap #2: Jetzt aber hurtig! - NFL-Crush

Long Snap #2: Jetzt aber hurtig!

Philipp Eitzinger nimmt in der zweiten Ausgabe seiner Kolumne „Long Snap“ die Eagles unter die Lupe und freut sich auf Chip Kelly.

Mal ganz ehrlich: Wer dritter Quarterback bei den Patriots wird, hat auf den Lauf der Dinge nicht so richtig viel Einfluss. Die Sache mit Aaron Hernandez ist wild, letztlich aber auch eher eine Sache für andere Sektionen als den Sportteil.

Und dass RG3 am Sonntag gegen die Eagles nicht starten würde, war im Grunde den kompletten Sommer lang in etwa so wahrscheinlich wie ein... naja, ziemlich unwahrscheinlich halt, gemessen an dem Wind, der darum gemacht wurde. Was aber nicht heißt, dass das Sonntagabend-Spiel nicht trotzdem ziemlich interessant werden kann.

Was weniger an RG3 liegt - was er kann, weiß man mittlerweile - sondern vor allem an den Eagles. In der Pre-Season deutete Chip Kelly bereits an, dass er ernst macht und seine von Oregon bekannte Hochgeschwindigkeits-Offense tatsächlich auch in der NFL umsetzen will. In der Pre-Season gab's alle 20 bis 25 Sekunden einen Snap, 70 und mehr Plays pro Spiel waren die Regel - außergewöhnlich. Und das, obwohl Philadelphia in allen vier Spielen weniger Offense-Zeit hatte als der jeweilige Gegner!

Natürlich: Chip Kelly wird in seiner ersten NFL-Saison als Head Coach nicht das Rad neu erfinden. Es kann auch sein, dass seine Offense grandios scheitert. Sicher ist allerdings, dass er damit alles auf eine Karte setzt. Nicht umsonst stänkerte er bereits die Referees an, nach Ende eines Plays doch bitte so schnell wie möglich den nächsten Spielzug zu ermöglichen, und nicht herumtrödeln mit dem Platzieren des Balles.

Natürlich wird dabei viel an Michael Vick und/oder Nick Foles (oder gar USC-Schönling Matt Barkley?) hängen. Es wird aber zweifellos mindestens ebenso viel auf sie ankommen wie auf die restliche Offense, wie sie sich abstimmt. Die Eagles werden viel an der Line of Scrimmage improvisieren müssen. Auch wenn Vick bei Audible Calls wohl nicht ganz die Klasse eines Brady oder Manning hat, er wird zurechtkommen.

Um Kellys Hurry-up-Offense zum funktionieren zu bringen, muss diese aber als Ganzes funktionieren. Die Linemen, die Backs, die Receiver, alle. Klar ist: Das braucht Zeit. Sicher mehr Zeit als vier Exhibition-Spiele. Womöglich mehr Zeit als eine Saison.

Und der Auftakt in Washington wird zumindest ein kleiner Indikator dafür sein, wie weit die Eagles da schon sind.